Algeria / Mali / Niger 85 - the classics: Tanezrouft and Hoggar Pist

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Algerien / Mali / Niger 85 - die Klassiker: Tanezrouft und Hoggar Piste

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Hier das Tagebuch vom 27.7.1985 bis zum 18.9.1985. Alles ist möglichst im Original-Text wiedergegeben und daher auch manchmal unverständlich. Spätere Anmerkungen sind kursiv.

Inhalt:

Fahrt durch Frankreich und Spanien

Endlich in Afrika, kurze Fahrt durch Marokko

In Algerien auf der Tanezrouft Piste

Während der Regenzeit in Mali

Im Niger

Wieder in Algerien

In Tunesien

Zurück in Europa

 

 

 

Fahrt durch Frankreich und Spanien

 

Porz 27.7.1985 Kilometer-Stand: 90848

Abfahrt 10:00 Uhr, Tanken bei HUMA insgesamt 444 Liter (1,249 DM/Liter).

 

Hambrücken Kilometer-Stand: 91190

Bei Lietzau (GEO Service) Dichtungen und Aufkleber geschenkt bekommen. Weiterfahrt nach Frankreich.

20:20 Uhr Übernachtung bei Belfort

 

Belfort 28.7.1985 Kilometer-Stand: 91442

1. Übernachtung, Abfahrt 9:00 Uhr, Übernachtung auf einem Hügel vor Sete

 

29.7.1985 Kilometer-Stand: 92080

Abfahrt 8:30, Pause wegen starken Gegenwindes (!), am Auto gebastelt (Hupe etc.). 1. Malaria Pille,

Abends in Spanien "dicke Knolle" wegen gefährlichen Überholens kassiert (260 DM !!!)

 

30.7.1985

Weiterfahrt nach Barcelona, vergessene Ersatzteile gekauft. Bestohlene Deutsche bei Mercedes Werkstatt getroffen. Starker Regen auf Weiterfahrt. Am Abend verschmutzen die Vergaser (kein Leerlauf mehr).

 

31.7.1985 Kilometer-Stand: 92559

Schlechte Nacht wegen der vielen Mücken. Vergaser reinigen. Start 12:00 Uhr. Essen im Restaurant.

18:00 Uhr in Valencia. Übernachtung am Hafen um am anderen Morgen Tickets (für Fähre Almeria - Melilla) zu kaufen.

 

Valencia 1.8.1985 Kilometer-Stand: 92798

Wir haben das Ticket erst für den 9.8.1985 bekommen können. Das Frühstück bestand aus einer Tasse Kaffe. Treffen gegen 14:00 Uhr in Benidorm ein und gehen schwimmen. Die Langeweile zeigt sich langsam. Übernachtet wird in Benidorm am Strand. Hatten allerdings Probleme dort einen waagerechten Parkplatz zu finden, wegen der vielen Touristen. Telefonieren ist recht schwierig, da die wenigen Zellen von Touristen umlagert werden. Wir lesen und langweilen uns.

 

Benidorm 2.8.1985 Kilometer-Stand: 92940

Die Nacht war zwar laut, wegen der Touristen, aber ausreichend. Am Morgen kam dann auch prompt die Polizei und meinte wir müssen dort binnen 10 Minuten weg. Nachdem wir auf der Bank noch Geld gewechselt hatten (1 DM = 56,52 (Ankauf) 58,54 (Verkauf) Peseta) 10.000 Peseta, sind wir dann auch aus dem öden Badeort raus. Unterwegs haben wir in einem Bewässerungssystem gebadet (kam prall!), Kopf gewaschen und uns abgekühlt. Übernachten kurz hinter Aguilas in einer Bucht. In Benidorm haben wir mit Köln telefoniert und erfahren, dass die Karten für Afrika in Almeria auf dem Postamt sein sollen. Eine "teuere Digitaluhr" ist beim Duschen liegengeblieben. Schade!

 

Aguilas 3.8.1985 Kilometer-Stand: 93169

 nach schlappen Tag (Radio repariert!) gegen 16:00 Weiterfahrt Richtung Almeria. Auf der kurvenreichen Strecke auf 131 km 30 l verbracht (Tank leergefahren) = 22.7 l/100km. Bei '77 Fahrt an gleicher Stelle ca. 40 l verbraucht = 30 l/100km. Besserer Übernachtungsplatz ist weiter südlich, wo Palmen am Strand stehen.

Ankunft in Almeria 19:30 Uhr. Am Hafen Bier "gezischt" (kostenlos wurde Scampies und Leber dazuserviert).

 

Almeria 4.8.1985 Kilometer-Stand: 93293

Nichts passiert (geschlafen, gelesen, gegessen (Thomas)). Zu Hause angerufen.

 

Almeria 5.8.1985

Malaria-Tag (= wir müssen unsere Malaria-Pillen einnehmen)

Auf der Post gewesen (1 Brief + Paket Karten). Fähre auf den 8.8. umgebucht. Haben zwei Deutsche getroffen. Es stellt sich heraus, dass die Fähre Algeciras - Ceuta erheblich teurer ist als Almeria - Melilla. In Almeria fährt die Fähre jeden Tag, auch Sonntags. Di, Do, Sa fahren große Pötte, aber wahrscheinlich nur in der Hochsaison. (Algeciras - Ceuta 11.000 Peseta für 206D + Personen, Almeria - Melilla 8720 Pts für Unimog (5 m) + 1870 Peseta pro Person).

Öl kontrolliert, über Max

(Bis zum 9.8.1985 verbringen wir die Zeit im Hafen vom Almeria mit "serveca" und "tappas". Hier treffen wir auch Utta und Helmut mit ihrem roten Landrover. Wir verabreden uns mit ihnen gemeinsam die Tanezrouft-Piste durch Algerien nach Mali  zu fahren.)

 

 

Endlich in Afrika, kurze Fahrt durch Marokko

 

Melilla Kilometer-Stand: 93295

Tanken 30 Liter Rechts (71 Peseta/Liter) 0,2 l Johnny Walker 225 Peseta, 1 Packung Zigaretten 37 Peseta.

 

Melilla 9.8.1985 Kilometer-Stand: 93303

Einreise Marokko (2 Stunden), viel Hektik mit ???, gegen 14:00 Uhr in Ahfir Ausreise (einsamer Übergang, 20 Minuten), Einreise Algerien (2 3/4 Stunde) Tankstelle 9 km hinter Grenze in Bab el Assa.

Fahrt bis in die Nacht, Übernachtung in den Bergen hinter Tlemcen.

 

 

In Algerien auf der Tanezrouft Piste

 

Tlemcen 10.8.1985 Kilometer-Stand: 93549

Start 8:10 Uhr, viele Militärkontrollen allerdings ohne Probleme (ca. 10)

 

Sebdou 10.8.1985 Kilometer-Stand: 93577

Tanken 222 Liter Links 182,5 Liter Rechts, 2,30 Dinar/Liter

 

Mekme ben Amar 10.8.1985 Kilometer-Stand: 93702

Öde Landschaft, nachher viel Wind, Sandstaub und Regen! Baden in einem Becken bei Moghrar.

Ankunft Bechar 22:40 Uhr, Anbahnung eines Tauschgeschäftes.

 

Bechar 11.8.1985 Kilometer-Stand: 94103

Aufstehen 7:20, Typ von gestern erscheint und tauscht mit uns (40 DM = 200 Dinar), Gas getauscht für 4 Dinar und im Krankenhaus Wasser nachgetankt.

Übernachtet in Beni Abbes im Hotel. Kleine Flasche Whisky getauscht gegen ca. 68 Dinar. Öl gekauft 10 Liter für 74,30 Dinar.

 

Beni Abbes 12.8.1985 Kilometer-Stand: 94755

Gegen 10:00 Uhr losgefahren. Elende Hitze und öde Strecke. Gegen Mittag Bad in Oase und Tee vom Chef bekommen. Im Garten Mittagsschlaf gehalten. Verschenken T-Shirt und Zigaretten. Gegen 15:00 Uhr Weiterfahrt Richtung Adrar. Unterwegs treffen wir auf 3 Deutsche, einer hat wohl einen Hitzschlag und kann nicht weiterfahren. Helmut fährt den Wagen nach Adrar. 

 

Adrar 12.8.1985 Kilometer-Stand: 94755

Tanken in Adrar (217,5 Liter) und zischen uns 3 Pampelmusensäfte rein. Versuchen zu tauschen, erfolglos. Übernachten kurz vor Adrar.

 

Adrar 13.8.1985 Kilometer-Stand: 94764

Reinigen den Tank, machen Ölwechsel mit Filter, bauen Benzinpumpe aus und reinigen sie. Gehen zur Post - kein Erfolg. Trinken Limonade und warten bis die Sonne untergeht. Beim Frühstück kommt einer mit Mofa und will tauschen. Wir haben ihm den Kurs gesagt und er will gegen Abend wiederkommen (kommt aber nicht).

 

Adrar 14.8.1985 Kilometer-Stand: 94807

Tanken 21 Liter Links, 79 Liter in Kanister

 

Reggane 15.8.1985 Kilometer-Stand: 94963

Start 10:00 Uhr

(hier beginnt die eigentliche Tanezrouft-Piste. Normalerweise befährt man diese Piste wegen der großen Hitze im Sommer nicht , wir haben es trotzdem getan. Die Tagebucheinträge haben unter dieser Hitze dann auch gelitten)

 

Es gibt doch einen Baum im Tanezrouft
There is a tree in Tanezrouft

 

1. Reservoir de eau 16.8.1985 Kilometer-Stand: 95162

(eines von zwei Wasserreservoiren an der Tanezrouft Piste. War schon zerstört, Pumpe ausgebaut und Wassertank leer, ansonsten keine Tagebucheinträge, wegen der großen Hitze )

 

 

Im Sommer ist die Tanezrouft-Piste mörderisch
The Tanezrouft-pist is during summer awful

 

Bordj Moktar 17.8.1985 Kilometer-Stand: 95585

Es gibt kein Benzin in Bordj Moktar. Es stehen hier schon viele Autos herum (z. T. schon 5 Tage) und warten. In der Nähe ist ein großes Tuareg-Zeltlager. Es gibt hier viel Wasser. Wir beschließen weiterzufahren. Unser Benzin müsste bis Gao reichen. Keine Probleme mit dem Zoll bei der Ausreise. Hinter der Grenzstation Piste schlecht markiert, aber nachher besser. Wir wollen unbedingt bis nach Tessalit kommen, da in dieser Gegend (die Philips ein Jahr zuvor) 2 Deutsche ermordet wurden. Wir halten deshalb auch nicht an als ca. 2 km von Bordj Moktar entfernt uns 2 Leute mit Kamelen um Wasser bitten (warum sind sie nicht in Bordj Moktar?).

Ca. 100 km südlich von Bordj Moktar geraten wir in eine Bodenwelle und das Lüfterflügelrad zerstört den Kühler. Während wir den Kühler auswechseln kommt Sandsturm mit Regen auf. Reparaturzeit ca. 2 Stunden und kommen deshalb erst in der Dunkelheit in Tessalit an.

Wir sind froh, dass wir da sind. Abendessen in einem einfachen Restaurant mit freundlichem Wirt (Reis und Granatapfelsirup)

 

Auf der Tanezrouft Piste  fahren wir in die Regenzeit
On the Tanezrouft pist we drive in the rainy season

 

 

Während der Regenzeit in Mali

 

Tessalit 18.8.1985

Zollformalitäten (unkompliziert) Reparatur des Lüfterrades (sehr teuer). Gegen Mittag Abfahrt.

(Zuerst haben wir versucht durch das Vallée du Tilemsi nach Süden zu fahren. Da es jedoch schon am Anfang unter Wasser stand mussten wir umdrehen und zurück auf die Piste)

 

Oued Erachel Sediden 19.8.1985

Die Regenzeit macht sich bemerkbar. Lange flache (und zuerst feste) Sandflächen sind schlammig. Durchfahren einige Oueds. Letztes Oued vor Anefis ist jedoch nicht zu passieren und auch nicht zu umfahren. Befestigungen sind weggespült. Versuchen es jedoch mit dem Landrover und dem Unimog nachdem wir vorher alles abgegangen waren. Landrover bleibt im Schlamm zweimal stecken. Geben auf. Warten bis morgen.

Vor dem Oued haben sich inzwischen mehrere Autos angesammelt. 5 Peugeots 1 MAN Lkw (französisch-belgische Gruppe auf Auto-Verkaufstour) und 1 Toyota (Hilux mit drei Schweizern: Mutter, Sohn und Frau auf einem Langzeiturlaub, unterhalten uns einige Zeit mit ihnen).

 

Schlammiges Oued in Mali
Muddy oued in Mali

 

Oued Erachel Sediden  20.8.1985

Wasser ist schon merklich abgelaufen. Warten jedoch bis nachmittags. Mit einigen Mühen gelingt dann die Überfahrt und Weiterfahrt nach Anefis. Polizeianmeldung. Wasser kostet Geld! (äußerst ungewöhnlich)

Fahren bis in die Dunkelheit und holen die Peugeots und den MAN Lkw ein, die vor einem großen Schlammloch übernachten. Wir übernachten ca. 10 km dahinter. (erhalten mitten in der Nacht Besuch von einheimischen Lkw-Fahrer, zur Begrüßung reicht er uns beide Hände um zu demonstrieren das er keine Waffe in der Hand hält. Also damals schon war auch diese Gegend nicht so ganz sicher - nur wir wussten das nicht)

 

20 km südlich Anefis 21.8.1985 Kilometer-Stand: 96075

Weiterfahrt Richtung Tabankort. Entscheiden uns Piste über Bourem nach Gao zu fahren. Direkte Piste wohl zu schlammig.

 

Tabankort 21.8.1985 Kilometer-Stand: 96122

Piste ist etwas sandig und ausgewaschen, aber sonst gut zu befahren. 90 km vor Bourem verliert der Landrover sein gesamtes Öl. Wahrscheinlich durch Leck, das vorher schon öfters aufgetreten war. Reparatur vergeblich (ca. 2 Stunden). Schleppen Landrover ab. Ca.60 km geht es das gut, doch dann wird die Piste so sandig, dass die Schlepperei für uns und den Unimog zur Quälerei wird. Übernachtung 20 km vor Bourem.

 Kilometer-Stand: 96175 rechter Tank leer

 

ca. 20 km östlich Bourem 22.8.1985 Kilometer-Stand: 96264

Stehen früh auf. Die Abschlepperei geht weiter, wird jedoch mühsamer als gestern. Die letzten 14 km fährt er mit dem angeschlagenen Motor selbst.

Gegen 9:30 Uhr erreichen wir den Niger in Bourem. In Bourem gibt es fast kein Wasser. Der Wasserstand des Niger scheint sehr niedrig.

Fahren weiter Richtung Gao. Piste sehr sandig und ausgewaschen. Bei Regen wohl nicht befahrbar. Der Landrover soll heute noch durch einen Lastwagen abgeschleppt werden nach Gao. Erhalten 20 Liter Benzin von Helmut.

 

Gao 22.8.1985 Kilometer-Stand: 96367

In Gao gibt es wieder kalte Getränke und Benzin (300 CFA/Liter, Diesel 210 CFA/Liter, 148 CFA = 1 DM). Tanken 50 Liter Rechts. (wir hatten in Gao noch 20 Liter Benzin von über 600 Litern die wir in Adrar getankt hatten. Der Verbrauch auf den schlammigen Pisten in Nord-Mali war doch enorm. Es war damals geplant in Bordj Moktar wieder aufzutanken und dann noch nördlich Gao nach Timbuktu abzubiegen. Wegen Spritmangel wurde dann daraus nichts)

Übernachtung auf dem Campingplatz mit Dusche (YARGA). Knolle für (Fahren entgegen) Einbahnstrasse = 3500 CFA. (Campingplatz liegt an der Straße entlang des Niger).

Die Kinder in Gao sind furchtbar. Man hat keine 5 Sekunden Ruhe.

 

Gao 22.8.1985 Kilometer-Stand: 96373

Beschließen heute noch abzufahren, bevor es wieder regnet. Piste nach Niamey soll nicht befahrbar sein bei Regen. Lange Formalitäten mit Zoll und Polizei. Filmerlaubnis kostet ca. 70 DM. Ich verzichte!

Helmut und Utta sind inzwischen auch schon angekommen. Letzte Nacht schliefen sie im Hotel Atlantide. Wir schleppen sie zum Campingplatz YARGA, wo er versuchen will den Landrover zu reparieren. Wir verabschieden uns von ihnen und den 3 Schweizern, die auch auf diesem Campingplatz sind und fahren ab.

 

Gao 22.8.1985 Kilometer-Stand: 96381

Start in Gao. Die Piste ist wirklich in einem fürchterlichen Zustand. Tiefe Fahrspuren von Lkws machen dem Unimog keine Probleme, doch jeder andere Wagen hätte Schwierigkeiten. Bei Regen oder kurz danach ist diese Piste unpassierbar.

Gegen Abend wird der Himmel immer grauer (Sand?) und als wir den malischen Grenzort Labezenga endlich erreichen ist der Himmel rot-braun. Bei uns regnet es jedoch nur wenig und es gibt auch keine richtigen Sandsturm.

Wir sind jedenfalls froh hier im Ort direkt neben der Polizei übernachten zu können. Die Zöllner sind sehr aufdringlich und wollen alles mögliche von uns haben.

In Ansongo kein Benzin!

 

 

Im Niger

 

Labezanga 24.8.1985 Kilometer-Stand: 96584

Auf stark ausgewaschener Piste geht es weiter. Erreichen erste nigrische Kontrolle vor Ayorou (Name des Ortes ?). In Ayorou wieder Kontrolle. (kein Benzin! alte Tankstelle noch zu erkennen).

 

24.8.1985 Kilometer-Stand: 96661

40 Liter aus Kanister getankt (aus Algerien Bestand).

Piste wird immer schlechter. Strebe vorne am Fahrerhaus ist gebrochen.

 

Tillabery 24.8.1985 Kilometer-Stand: 96712

40 Liter rechts getankt.

 

24.8.1985 Kilometer-Stand: 96809

Linker Tank leer auf rechten umgeschaltet.

Endlich ist die verdammte Piste zu Ende und wir fahren auf einer sehr guten Asphaltstraße nach Niamey. Jetzt kann uns die Regenzeit nichts mehr anhaben!

 

Niamey 24.8.1985 Kilometer-Stand: 96835

Ankunft in Niamey

 

Niamey 25.8.1985

In Niamey Geld tauschen (149,6 CFA = 1 DM). Stempel in Pass von Securite.

Lassen Unimog schweißen (2000 CFA). Treffen auf Campingplatz Australier der schon 20 Monate unterwegs ist.

 

Niamey 26.8.1985 Kilometer-Stand: 96861

 100 Liter links getankt (255 CFA/Liter, Diesel 170 CFA/Liter)

Auf der Post keine Briefe für mich, nur für Thomas. Fahren ab.

 

26.8.1985 Kilometer-Stand: 96974

Rechter Tank leer umgeschaltet auf Linken.

Übernachtung kurz hinter Dosso bei einer der vielen Kontrollstellen.

 

Dosso 27.8.1985 Kilometer-Stand: 96997

Keine besonderen Ereignisse. Weiterfahrt am frühen Morgen (8:00 Uhr). Wir tanken in Birni-N'Koni auf dem Schwarz-Markt. (150 Liter Links, 150 Liter rechts, 50 Liter in Kanister)

Der Deal geht auf etwas dubiose Weise. Wir werden schon in der Ortseinfahrt angehalten und werden gefragt ob wir Sprit brauchen. Wir verhandeln und einigen uns auf einen preis für 300 Liter = 40.000 CFA (ausgehend von 150 CFA pro Liter). das Problem ist, dass das Tanken in einer verwinkelten Straßenecke stattfinden soll.

Wir halten mehrmals an und wollen sofort tanken, lassen uns überreden noch ein paar Ecken weiter zu fahren. Die Spritfässer (50 Liter) rollen an. Auf dem Fahrrad, auf den Köpfen der Kinder. Wir tanken 350 Liter = 46500 CFA.

In Tahoua, ödes Dorf, gibt es "dank" Tabanki-Fest keine Cola, Sprit etc.. Wir trinken ein Bier 0,7 Liter = 4000 CFA und übernachten außerhalb von Tahoua. Vorher handeln wir noch mit Touareg und handeln ein paar Sachen ein.

 

50 km östlich Tahoua 28.8.1985

Früh aufstehen, 6:00 Uhr, Abfahrt 7:00 Uhr. Die Gegend wird immer öder. Wir tauchen wieder in die Sahara ein. Gegen 13:00 Uhr treffen wir in Agadez ein. Geben Pässe bei der Polizei ab. Erhalten sie gegen 16:00 Uhr wieder.

Trinken viele kalte Colas. Fahren auf Campingplatz und tauschen dort einige Souvenir gegen Klamotten. Gegen Abend noch mal in er Stadt.

 

Agadez 29.8.1985 Kilometer-Stand: 97836

 

Agadez 29.8.1985 Kilometer-Stand: 97851

Tanken 100 Liter links.

Morgens wecken uns die Fliegen, die die Mücken der Nacht ablösen. Gehen zu Mohamed (Silberschmied). Kaufen für 130 DM 1 Fennek und 1 Gazelle.

Tauschen 200 DM gegen 1000 Dinar. Abfahrt aus Agadez gegen 12:00 Uhr.

Keine Post für uns in Agadez. Langweilige Teestraße bis Arlit.

 

Arlit Kilometer-Stand: 98088

Gegen Mittag in Arlit. Trinken 2 Coke anschließend Polizei. Ohne Probleme. Fahren zum Zoll (anscheinend unnötig). Bekommen Stempel auf Laizze Passez.

Weiter auf sehr guter Piste Richtung Asamaka.

Gegen 17:00 Uhr Übernachtung 100 km westlich Arlit. Während des Abendessens im Dunkeln besucht uns ein Fennek.

 

ca. 100 km westlich Arlit 30.8.1985 Kilometer-Stand: 98189

Im Dunkel aufstehen. Start 6:00 Uhr.

An Anfang sandige Piste dann wieder sehr gute Piste bis Asamaka. Keine Probleme bei Zollabfertigung in Asamaka. Trinken eine Sprit und ein Tonic (kalt!) für 1000 CFA!

Sehr schlechte und nicht markierte Piste bis In Guezzam.

Sehen erstmals einen ausgebrannten Unimog S.

(in diesem Stück Niemandsland zwischen Algerien und Niger lassen sich Autos, die nicht mehr fahrbereit sind, einfach entsorgen. Die Algerier haben sie schon aus dem Pass ausgetragen und im Niger ist man noch nicht registriert) 

Ausgebrannter Unimog zwischen In Guezzam und Assamakka
Gutted Unimog between In Guezzam and Assamakka

 

 

Wieder in Algerien

 

In Guezzam 30.8.1985 Kilometer-Stand: 98322

Tanken 87 Liter links

Ankunft in In Guezzam gegen 11:30 Uhr. Durch drängende Mittagszeit kein Durchsuchen des Autos.

Im Restaurant trinken wir Limo (2 Liter). Verbringen die Mittagshitze im Auto. Lästige Kinder.

Abfahrt gegen 17:00 Uhr bis ca. 40 km nördlich In Guezzam.

 

40 km nördlich In Guezzam 31.8.1985 Kilometer-Stand: 98366

Im Dunkeln aufstehen. Start 7:00 Uhr.

Treffen defekten Lkw. Können nicht helfen. Verteilen Zigaretten und fahren weiter.

Treffen 4 Peugeots (Autoschieber) vor den Dünen Laouni.

Düne selbst für uns kein Problem. Sehen auf der Strecke von 200 m 15 Wracks! (nördlich Laouni Düne)

Piste gar nicht markiert. Fahren Lkw-Spuren nach. Zweifel an der Richtung. Treffen vor dem Hoggargebirge roten Unimog aus Aachen mit 240D Dieselmotor.

Ankunft Tam 18:00 Uhr. Übermachten auf schönem Campingplatz (45 Dinar pro Nacht)

 

Tamanrasset 1.9.1985 Kilometer-Stand: 98715

Auf rechten Tank umgeschaltet.

Morgens Zoll. Ohne Probleme. Wagen wird nicht durchsucht. Probleme mit der Versicherung, da sie uns eine Folgeversicherung andrehen wollen, die wesentlich teurer ist. Gehen morgen noch mal hin.

Keine Post für uns. Schade! Anrufen nach Hause nicht möglich.

 

Tamanrasset 2.9.1985

Erhalten doch Neuversicherung. Kaufen Milchpulver, Öl.

Noch immer keine Post. Telephonieren unmöglich, auch nicht vom Hotel.

 

Tamanrasset 3.9.1985

Tanken 218 Liter links.

Noch einmal bei der Post. Nichts!

Milchpulver gekauft. Fahrt zur Quelle. Mittagessen Cous-Cous.

Abfahrt gegen 14:00 Uhr. Sehr harte Piste bis Assekrem. Eintreffen kurz nach Sonnenuntergang. Treffen dort 3 Motorradfahrer und einen weißen Borgward, den wir auch schon in Tam getroffen haben.

 

Assekrem 4.9.1985 Kilometer-Stand: 98833

Aufstehen vor Sonnenaufgang, Filmen. Abfahrt gegen Mittag. Verkaufen an Borgward 40 Liter Benzin, da sie nach Djanet wollen. Sehr gute Piste bis Hirafok. Dann harte Wellblechpiste bis zur Asphaltstrasse. Ölwechsel.

 

Abzweig Hoggar Piste nach Djanet 5.9.1985 Kilometer-Stand: 98994

Zuerst gute Asphaltstraße. Dann immer schlechter. Von in Amguel bis In Ekker gesperrt.

 

In Ekker 5.8.1985 Kilometer-Stand: 99044

Tanken in In Ekker (95.6 Liter links, 65,3 Liter rechts).

Treffen 100 km südlich Arak englischen Overlander. Motorschaden. Laden uns zum Essen ein. Bleiben über Nacht. Im Laufe des Abends treffen mehrere Lkws ein. Bleiben auch über Nacht.

Asphaltstraße von Marabout bis Arak gesperrt.

 

100 km südlich Arak 6.9.1985

Fahren fürchterliche Gebirgspiste bis Arak. Essen im Restaurant in Arak. Weiterfahrt über sehr schlechte Asphaltstraße bis ca. 100 südlich In Salah.

Werden von Lkw-Fahrer zum Abendessen eingeladen.

 

100 km südlich In Salah 7.9.1985

Asphaltstraße wird besser. Gegen Mittag in In Salah.

Abendessen bei Hadschi (nicht gut)

 

In Salah 8.9.1985

Abfahrt auf zunächst guter aber schon bald schlechter Asphaltstraße. Ca. 90 km nördlich von In Salah überschlägt sich 200 m vor uns ein entgegenkommender Pkw. Ich sehe die Leute während des Überschlagens aus dem Auto fliegen. Fahrer hat wohl nur eine Schramme abbekommen. Die anderen (1 Baby, 2 Mädchen und eine Frau) sind wohl mehr verletzt. Wir verbinden sie so gut es geht. Ein Mädchen blutet jedoch sehr stark aus dem Mund und Nase. Schicken einen etwas später kommenden Lkw los einen Krankenwagen aus In Salah zu holen. Es treffen weitere Lkw Fahrer ein. Wir legen alle Verletzte in den Schatten. Für das schwerverletzte Mädchen ist die Herumtragerei nicht gut. Es blutet wieder heftiger. Nach ca. 1 Stunde stirbt das Mädchen. Nach ca. 4 Stunden Warten trifft mit ungeheurem Getöse der Krankenwagen ein. Wir fahren weiter.

Asphaltstrasse z.T. nicht mehr vorhanden.

 

Südlich El Golea 9.9.1985

Erreichen auf dann sehr guter Asphaltstrasse El Golea. Treffen Motorradfahrer aus Tam wieder (Federbein gebrochen). Treffen Deutschen mit umgebauten Dieselunimog. Tauschen mit ihm unsere Dinars (200 DM = 1000 Algerische Dinar).

 

El Golea 10.9.1985

Tanken 73.9 l Kanister, 220 Liter links

Übernachtung nördlich El Golea.
Fahren bis Hassi Fahl. Tanken dort Wasser und Benzin. Gegen 14:00 Uhr in Ouargla. Auf der Post nichts für uns. Übernachtung ca. 50 km nördlich Ouargla.

 

50 km nördlich Ouargla 11.9.1985

Sind gegen 11:00 Uhr in El Oued. Geben letztes Geld für Orangensaft und Benzin aus.

 

El Oued 11.9.1985Kilometer-Stand: 100644

Tanken 152.2 Liter rechts.

Sind gegen 14:00 Uhr an der Grenze. Viel Andrang. Keine Probleme bei der Abfertigung. Auch bei den Tunesiern nicht. Unsere Benzinkanister werden nicht kontrolliert.

 

 

In Tunesien

 

Gafsa 12.9.1985

Am Morgen Ölwechsel. Weiterfahrt bis Kairouan. Versuchen Fähre zu buchen. Geht nicht. Geraten an einen Schlepper und landen in einem Teppichladen. Verkäufer ist sehr enttäuscht, dass wir nichts kaufen.

Fahren weiter nach Sousse. Fähre buchen würde hier gehen, fahren jedoch bis kurz vor Tunis (Hamam-Lif).

Campingplatz durch Polizei gesperrt. Auto wird inspiziert. (Wir haben uns über diese Kontrolle sehr gewundert. Später erfuhren wir, dass hier  das Hauptquartier der PLO von Yassir Arafat war. Ca. 1 Monat später wurde dieser Platz von israelischen Flugzeugen bombardiert)

Fahren weiter und übernachten irgendwo auf einem Feld.

 

Tunis 13.9.1985 Kilometer-Stand: 101300

Buchen in Tunis nah langem hin und her Fähre für den 16.9.1985. Silesia für nur ca. 850 DM. Hoffentlich kommen wir auf die Fähre!

 

Karthago 14.9.1985 Kilometer-Stand: 101326

Verbringen den Tag mit Nichtstun und essen!

 

Karthago 15.9.1985

Spur vermessen und Vergaser neu einstellen. Verbringen Rest des Tages in Tunis. Übernachtung im Hafen. Treffen Toyota aus Agadez und Unimog aus Gelsenkirchen.

 

La Galouette 16.9.1985

Frühes Aufstehen. Langwierige Abfertigung beim Zoll. Kommen ohne Kontrolle des Autos fast als letzter auf die Fähre. Fahren mit 3 Stunden Verspätung aus Tunis ab.

Schlafen auf dem Deck des Schiffes.

 

 

Zurück in Europa

 

Genua 17.9.1985

Ankunft in Genua gegen 15:00 Uhr. Keine Kontrolle des Autos in Italien. Fahren auf der Autobahn Richtung Schweiz (20 DM Autobahngebühr).

Übernachtung kurz hinter Gotthardtunnel.

 

Gotthardtunnel 18.9.1985

Treffen auf der Autobahn bei Koblenz Schöni, Udo, Linus und Jojo, die von Jugoslawien zurückkommen.

Die Fahrt ist zu Ende.